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Allgemeines zum Recht der Abfallwirtschaft
Foto: BMLFUW

Zusammenfassung der Bestandsaufnahme zur Abfallwirtschaft in Österreich

Gegenüber dem letzten Bundes-Abfallwirtschaftsplan 2001 (Bezugsjahr 1999) ist das gesamte Abfallaufkommen um rund 5 Millionen Tonnen angestiegen und beläuft sich unter Berücksichtigung der Aushubmaterialien von rund 22 Millionen Tonnen auf über 54 Millionen Tonnen pro Jahr (Bezugsjahr 2004).

Grundsätzlich ist anzumerken, dass sich das Gesamtaufkommen von rd. 54 Millionen Tonnen nicht nur aus primär angefallenen Abfällen zusammensetzt, sondern auch (Sekundär-)Abfälle hinzugerechnet werden, die aus der Behandlung von Primärabfällen resultieren (z.B. Schlacken und Aschen aus der Verbrennung von Restmüll, Tiermehl und Tierfett aus der Behandlung von tierischen Nebenprodukten).

Das gesamte Aufkommen an Primärabfällen beläuft sich auf rd. 52 Millionen Tonnen.

Tabelle: Bundesweites Abfallaufkommen 2004 in Tonnen für ausgewählte Abfallgruppen (Primär- und Sekundärabfälle)
Ausgewählte Abfallgruppen 
Aufkommen 
 
Abfälle aus Haushalten und ähnlichen
Einrichtungen * 
3.419.000 
 
Grünabfälle 
1.310.000 
 
Marktabfälle 
20.000 
 
Küchen- und Kantinenabfälle 
150.000 
 
Straßenkehricht 
200.000 
 
Kommunale Klärschlämme
(30 % Trockensubstanz) 
792.000 
 
Fäkalschlämme
(5 % Trockensubstanz) 
410.000 
 
Altstoffe aus Gewerbe und Industrie 
2.311.000 
 
Aushubmaterialien 
22.000.000 
 
Abfälle aus dem Bauwesen 
6.608.000 
 
Altfahrzeuge * 
150.000 
 
Elektroaltgeräte * 
120.000 
 
Holzabfälle ohne Verpackungen * 
4.953.000 
 
Medizinische Abfälle * 
61.000 
 
Tierische Nebenprodukte 
582.000 
 
Aschen und Schlacken aus der thermischen
Abfallbehandlung und von Feuerungsanlagen * 
1.570.000 
 
Weitere Abfälle: z.B. Abfälle mineralischen
Ursprungs, gefährliche Abfälle, sonstige feste
Siedlungsabfälle einschließlich ähnlicher
Gewerbeabfälle, Kunststoffabfälle, Gummiabfälle,
Shredderrückstände u. a. * 
10.231.000 
 
* in diesen Abfallgruppen sind Überschneidungen mit gefährlichen Abfällen möglich (z.B. Bahnschwellen werden sowohl in der Abfallgruppe Holzabfälle als auch in der Abfallgruppe "weitere Abfälle" dargestellt). Eine Addition des Aufkommens in dieser Tabelle spiegelt daher nicht das gesamte Abfallaufkommen in Österreich wider.
 
Wesentliche Zu- und Abnahmen des Abfallaufkommens gegenüber dem letzten Bundes-Abfallwirtschaftsplan zeigen sich in folgenden Bereichen:

Aushubmaterialien (größter Anteil von derzeit rund 41 % am Gesamtabfallaufkommen) sind um weitere 2 Millionen Tonnen angestiegen. Ausschlaggebend dafür ist in erster Linie die vermehrte Bautätigkeit bei den Österreichischen Bundesbahnen.Das Aufkommen an  Baurestmassen, Baustellenabfällen und Gleisschotter hat sich um rund 900.000 Tonnen verringert. Da das Aufkommen von der Entwicklung  des Tief- und Hochbaus abhängig ist, sind die Angaben jährlich unterschiedlich und nicht exakt prognostizierbar. Zunahme um rd. 59 %  bzw. um rd. 628.000 Tonnen bei „Schlacken und Aschen, Flugaschen und –stäube aus der thermischen Abfallbehandlung und aus  Feuerungsanlagen“ auf Grund der Inbetriebnahme zusätzlicher Abfallverbrennungsanlagen. Die Erhöhung ist begründet durch eine konstant steigende Einbringung von Abfällen sowie von heizwertreichen Materialien in Verbrennungs- und Mitverbrennungsanlagen.

Das Aufkommen an Holzabfällen ist insgesamt um rund 1,5 Millionen Tonnen angestiegen. Gründe dafür sind verbesserte getrennte  Sammlungen (Gewerbe und Industrie / Kommunale Abfälle) sowie vermehrter Holzeinschlag und Holzproduktion.Weiterer Anstieg des Abfallaufkommens aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen um über 10 % innerhalb von 5 Jahren.Verbesserte Sammelergebnisse  bei der getrennten Erfassung einiger Altstoffarten (Biogene Abfälle, Holz, Papier) sowie bei Problemstoffen.  Rückgang des Aufkommens  der Abfälle aus „Wasseraufbereitung, Abwasserbehandlung und Gewässernutzung“ um rd. 400.000 Tonnen.
Wesentlicher Grund dafür ist  der Anstieg des Anschlussgrades der österreichischen Bevölkerung an das öffentliche Kanalnetz und der damit geringere Anfall von Fäkalschlamm aus Senkgruben.Mit rd. 1 Million Tonnen ist der Anteil an gefährlichen Abfällen, die in Anlagen für gefährliche Abfälle behandelt wurden, gleich geblieben. Die Meldungen der Anlagenbetreiber ergaben für das Jahr 2004 eine deponierte Menge von rund 9,7 Millionen Tonnen. Gegenüber den Meldungen aus dem Vorjahr ist eine Verringerung der abgelagerten Abfälle um rd. 8 % erkennbar.

Die größte Massenverringerung ist bei Restmüll zu verzeichnen. Im Jahr 2003 wurden rd. 1,8 Millionen Tonnen inkl. Altlastenmaterial abgelagert, 2004 waren es rd. 283.000 Tonnen. Hier zeigt sich, dass die Deponieverordnung bereits sehr erfolgreich umgesetzt wurde.

Tabelle: Bundesweites Aufkommen an Abfällen im Jahr 2004, gegliedert nach Abfallgruppen gemäß ÖNORM S 2100, Angaben in Tonnen (Primär- und Sekundärabfälle)Tabelle: Bundesweites Aufkommen an Abfällen im Jahr 2004, gegliedert nach Abfallgruppen gemäß ÖNORM S 2100, Angaben in Tonnen (Primär- und Sekundärabfälle)
 
Abbildung: Bundesweites Abfallaufkommen (Primär- und Sekundärabfälle)
Abbildung: Bundesweites Abfallaufkommen (Primär- und Sekundärabfälle) - Anteile ausgewählter Abfallgruppen im Jahr 2004
Foto: BMLFUW
 
 
 

 
Aushubmaterial
Foto: BMLFUW
Abbildung:  Entwicklung des Abfallaufkommens 
 
 
 
 
 Abbildung: Verwertungs- und Beseitigungsanteile 2004 (100% = rd. 54 Mio Tonnen)
Abbildung: Verwertungs- und Beseitigungsanteile 2004 (100% = rd. 54 Mio Tonnen)
Foto: BMLFUW

 
 
 

Auswertungen aus der abfallwirtschaftlichen Anlagen- und Stoffdatenbank des Umweltbundesamtes zur Verwertung und Beseitigung von Abfällen zeigen, dass die Behandlung der Abfälle in über 2.000 Anlagen erfolgt. Ein beträchtlicher Anteil der Abfälle wird in innerbetrieblichen Anlagen verwertet bzw. beseitigt.   Auswertungen aus der abfallwirtschaftlichen Anlagen- und Stoffdatenbank des Umweltbundesamtes zur Verwertung und Beseitigung von Abfällen zeigen, dass die Behandlung der Abfälle in über 2.000 Anlagen erfolgt.  Ein beträchtlicher Anteil der Abfälle wird in innerbetrieblichen Anlagen verwertet bzw. beseitigt.

Tabelle: Abfallbehandlungsanlagen in Österreich
Arten der Anlagen
- einschließlich innerbetrieblicher Anlagen -
 
 
Anzahl 
 
Thermische Behandlungsanlagen (ohne
Verbrennungsanlagen für Siedlungsabfälle) 
180 
 
Verbrennungsanlagen für Siedlungsabfälle 
 
Chemisch-physikalische Behandlungsanlagen 
37 
 
Aufbereitungsanlagen für spezielle Abfälle (Altautos,
Elektronikaltgeräte, Kunststoffe, Fette und Frittieröle,
Chemikalien, Batterien, u.a.) 
199 
 
Shredder 
 
Aufbereitungsanlagen für Baurestmassen 
293 
 
Biotechnische Behandlungsanlagen zur Vorbehandlung
von Restmüll und sonstigen Abfällen (MBA) 
16 
 
Anlagen zur aeroben biotechnischen Behandlung
getrennt gesammelter biogener Abfälle,
Grünabfälle u. a. (Kompostierungsanlagen) 
539 
 
Anlagen zur Sortierung getrennt erfasster Altstoffe
und anderer Abfällle 
123 
 
Anlagen zur Verwertung getrennt erfasster Altstoffe 
43 
 
Anlagen zur anaeroben biotechnischen Behandlung
(Biogasanlagen) 
406 
 
Deponien (Massenabfall, Reststoff, Baurestmassen,
Bodenaushub) 
666 
 
Datengrundlage: Anlagen- und Stoffdatenbank des Umweltbundesamtes (Datenstand April 2006)
Nach Angaben der Ämter der Landesregierungen

19.09.2006, Lebensministerium VI/3