Anaerobe biotechnische Behandlungsanlagen
Vorreinigungsanlagen
In der Agrarindustrie, der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, in der biochemischen Industrie und in der Pharmaindustrie sind 25 anaerobe Vorreinigungsanlagen für industrielle Abwässer in Betrieb.
Faulanlagen
Klärschlamm wird in 134 Schlammfaultürmen zu Biogas verwertet. Teilweise werden in den kommunalen Faultürmen verschiedene biogene Abfälle wie Fettabscheiderinhalte, Speisereste und Industrieabfälle in Co-Fermentation mit behandelt.
Vergärungsanlagen
Biogene Abfälle in einer Größenordnung von 50.000 bis 60.000 Tonnen werden in den 4 großen Verbandsanlagen Salzburg – Siggerwiesen, Wels, Lustenau und Roppen vergoren.
Zusätzlich werden biogene Abfälle in Co-Fermentation in einem Teil der bestehenden landwirtschaftlichen, sowie in mehreren, größeren gewerblichen, überwiegend mit Landwirtschaftsbetrieben zwecks Gärrestverwertung in Verbindung stehenden Biogasanlagen ausgefault.
(Landwirtschaftliche) Biogasanlagen
In Biogasanlagen werden organische Materialien mit einem hohen Wassergehalt unter Ausschluss von Sauerstoff (anaerobe Behandlung bzw. Vergärung) biologisch abgebaut.
Folgende organische Ausgangsmaterialien werden in diese Anlagen eingebracht:
- Wirtschaftsdünger (hauptsächlich aus Rinder-, Schweine-, Geflügelhaltung)
- organische Abfälle (Speisereste, Fettabscheiderinhalte, Biotonnenabfälle, Speiseöle, Fette, Hefeflotat, Klärschlamm, Molkereiabwässer)
- nachwachsende Rohstoffe (Silomais, Grassilage, Grünschnitt, Futterreste, etc.)
- Hausabwässer
Die verbleibenden Gärrückstände aus der Biogasproduktion beliefen sich auf rund 175.000 m3, welche auf insgesamt rund 1.800 ha landwirtschaftliche Nutzflächen als Dünger aufgebracht wurden.
Anfang 2004 waren 138 Biogasanlagen mit einer Stromleistung aus Biogas von rund 25,9 MW/Jahr in Betrieb. Das entsprach rd. 10 % der inländischen Stromerzeugung oder dem optimierten Wärmeenergiebedarf von rund 450.000 Einfamilienhäusern.
Im April 2006 befanden sich bereits 240 landwirtschaftliche Biogasanlagen mit einer Kapazität von zumindest 70.000 Tonnen in Betrieb.
Unterstützt durch öffentliche Förderungen hat sich die Zahl der landwirtschaftlichen Biogasanlagen in den letzten Jahren stark erhöht. Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, weil sich noch eine Reihe von Anlagen in der Planungs-, Genehmigungs- oder Bauphase befindet.
Tabelle: Landwirtschaftliche Biogasanlagen im Jahr 2006
| Bundesland | Genehmigte Anlagen | Kapazitäten t/a |
| Burgenland | 5 | k.A. |
| Kärnten | 18 | 5.600 |
| Niederösterreich | 32* | 1.200 |
| Oberösterreich | 83 | 22.600 |
| Salzburg | 8 | 1.200 |
| Steiermark | 39 | 15.900 |
| Tirol | 18 | 3.600 |
| Vorarlberg | 37 | 20.000 |
| Wien | 0 | 0 |
| Österreich | 240 | 70.000 |
*Angaben gemäß NÖ Abfallbericht 2004, k.A. keine Angaben
Abbildung: Landwirtschaftliche Biogasanlagen
Der Bundes-Abfallwirtschaftsplan 2006 befasst sich mit diesem Thema auch auf folgenden Seiten:
"Anaerobe Vergärung"
08.04.2009, Lebensministerium VI/3


